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Magazin

09.03.2026

Markenvielfalt in Gefahr?

Liebe Klavierenthusiastinnen und -enthusiasten,

wenn es um besondere Güter geht, dann haben wir ein immer stärkeres Bedürfnis nach Vielfalt entwickelt. Überlegen Sie einmal: Früher gab es nur eine Sorte Milch im Kühlfach eines kleinen Supermarktes, heute will man aber genau wählen, welche Milch mit wie viel Fettgehalt und vielleicht gar nicht aus Kuhmilch produziert genauestens auswählen. Das betrifft fast alle Bereiche des täglichen Lebens: Die Vielfalt ist gefragt und man will sie auch haben.

Auch bei den Klaviermarken hat sich alles zu immer mehr Vielfalt entwickelt. Natürlich können nun die Geschichtsbewussten ins Feld führen, dass es ja einmal Zeiten gab, in denen es weitaus mehr Marken im Angebot gab, als dies heute der Fall ist. Das ist richtig, aber der Markt selbst kontrolliert natürlich Angebot und Nachfrage und einige Hersteller waren einfach nicht mehr lebensfähig, da die Bedürfnisse sich verändert haben.

Genau an diesem Punkt scheinen wir nun wieder zu stehen: In einer Zeit, in der die Weltkrisen sich die Klinken in die Hand geben, werden wir immer verunsicherter, uns für etwas zu entscheiden, was uns Freude bereiten kann, also das Geld dafür auszugeben. Entsprechend geraten bei weniger Abnahme etliche Klavierbauunternehmen in Probleme. Bedeutet das vielleicht, dass wir in Zukunft weniger Auswahl von Instrumenten am Markt haben? Nun, die Hersteller, die groß genug sind, um zu überleben, haben natürlich allein schon ein weites Spektrum an Marken unterschiedlicher Preissegment. Allein damit ist schon eine Vielfalt gewährleistet.

Zudem aber ist die Vielfalt vor allem auch auf dem Markt gebrauchter Instrumente zu finden. Da gibt es immer noch Marken im Angebot, die sich lohnen, näher angeschaut zu werden. Marken wie Ibach, Seiler, Ehrbar, Schiedmayer oder Feurich (um nur einige zu nennen) werden allerorten angeboten. Diese Instrumente sind hochwertig, wenn sie vom Händler dann auch noch sinnvoll überarbeitet wurden, sind sie eine großartige Alternative zu neuen Instrumenten.

Die Vielfalt wird wohl immer erhalten bleiben, allein deshalb, da viele Instrumente so stabil und nachhaltig produziert wurden, dass sie weitaus länger als ein Menschenleben halten. Das bedeutet für jeden Klavierinteressierten: Man kann aussuchen, man wird wohl niemals in die Gefahr versetzt werden, dass man sich irgendwann nur noch zwischen drei oder vier Herstellern entscheiden muss. Das verspricht, dass der Klaviermarkt weiterhin so vielfältig sein wird, dass jeder „sein“ Instrument findet, wenn er sich offen umschaut.

Carsten Dürer
- Chefredakteur PIANONews -

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